109,3

Gestern natürlich nicht Rasen gemäht! Walken war ich auch nicht, es kommt ja immer anders. Und es gab auch keinen veganen Bohnentopf, sondern Omlett mit Ruccola und etwas Tomatenmark. Ruccola ist im Geschmack etwas bitter geworden. Ohne Fett, ohne Öl, in einer beschichteten Pfanne gebraten. Literweise Tee und Wasser über den Tag verteilt getrunken. Zwei Äpfel, ein Stück Kohlrabi, ein Knäke mit ein wenig Hüttenkäse, das alles zwischendurch. 1,3 Kilogramm abgenommen. Ich muss sagen, dass ich die ersten Kilo so schnell abgenommen habe, weil ich mir letztes Wochenende ALLES reingezogen hatte, von bestellter Pizza, über Currywurst-Pommes mit Extra Ketchup und fett Maionnaise, über Sahnehering mit Kartoffeln, Brot, Brötchen mit Wurst und Käse und Fleischsalat und noch mehr Kram und noch mehr fettes Zeug. Chips, Flips … Ich glaube, Nudeln auch. Auf jeden Fall waren es am Sonntag 4 Kilogramm mehr als noch Freitag. Man isst so viel am Anfang der Diät, damit der Körper über die drei Wochen von den Fettreserven zehren kann. Also kann man sagen, dass ich von 112,5 Kilo in acht Tagen auf 109,3 gekommen bin, was ja auch kein ganz so schlechter Erfolg ist. Ich hatte aber auf jeden Fall auch schon mal davor mehr als 116. Ich bin zufrieden, es kann weitergehen. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich 107 gewogen.

Ich freue mich über die vielen Leser und will mich bei euch bedanken. Anscheinend haben sehr, sehr viele Menschen Probleme mit ihrer Figur. Es ist ja nicht nur so, dass es, wenn man fett ist, einem schwerer fällt, sich zu bewegen, dass man schwerer atmet, dass man leichter eine Herzkrankheit, einen Schlaganfall oder sonst etwas bekommt, sondern dass man sich auch seelisch nicht gut fühlt, meistens jedenfalls. Ich habe in meiner Jugend 70 Kilogramm gewogen, dann lange 80, womit ich mich sehr wohlgefühlt habe, auch wenn viele Leute sagten, ich sei zu dünn. Ich bin gespannt, wo mich die nächsten Monate hinführen werden. Ihr dürft dabei sein. Sollte ich einknicken, ist es so, denn es wird eine Zeit kommen, auch während der Diät, in der das Gewicht stagniert. Mal sehen, wie ich das dann überstehe.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, bis morgen oder übermorgen   !

110,6

Es geht voran. Gestern, am Mittwoch, habe ich morgens den Shake getrunken, einen Apfel gegessen, dann zum Mittag einen Sommersalt mit 100 g Putenfleisch, angebraten mit Sprudelwasser, ein Grissini, am Abend Ratatouille (Zuccini, Aubergine, Paprika, Zwiebel, Knoblauch), angebraten mit Sprudelwasser und 100 g gestückelte Pizzatomaten dazugegeben. Lecker. Gesündigt mit einem Apfel um 22.30 Uhr (Fruchtzucker), aber zu meinem Neuroleptikum muss ich etwas essen, damit es richtig wirkt. Gestern Abend hatte ich etwas Kreislaufprobleme, aber nach ner Zigarre im Havana und zwei Gläsern Wasser ging es wieder. Heute Abend gibt es veganen Bohnentopf, zu Mittag Salat mit Thunfisch, ein Apfel, natürlich gleich am Morgen den Shake und nicht zu vergessen die Vitamine, damit der Körper nicht zu sehr an Kraft verliert. Ich fühle mich tatsächlich etwas fitter, kann nachts aber gut schlafen. Auch habe ich das Gefühl, dass ich mich besser konzentrieren kann. Gestern habe ich meinen neuen Roman nämlich beendet und Jan zum Lesen mitgebracht. Wenn ich es heute schaffe, schicke ich ihn Jean zu. Ich brauche Meinungen. Mit dem Titel bin ich mir noch immer nicht sicher. Zur Auswahl stehen jetzt: Besser geht nicht immer – Mein Paradies – Angekommen Ich hoffe auf Ideen von den Lesern, bin für jeden Vorschlag offen und dankbar. Manchmal steht ein Titel von Anfang an fest, manchmal brauche ich ewig, um mich zu entscheiden, es gibt ja auch schon so unendlich viele. Wenn ich gut drauf bin, gehe ich nachher Walken. Erst mal wird jetzt endlich Rasen gemäht und die Kanten geschnitten. Ich zwinge mich zu einer Schreibpause, obwohl ich Lust hätte, gleich Im Wahn der Zeichen weiter zu überarbeiten. Ab dem 10. Juli hat der Kindergarten ja für drei Wochen geschlossen, dann ist eh Schreibpause angesagt, also gehts Anfang August erst weiter. Wie gesagt, bis Ende des Jahres sollte alles Alte abgeschlossen sein, im Januar dann ein Neustart mit etwas GROßEM. Also Leute, ich melde mich wieder, falls ich nicht zusammenbreche. Bis denne   .

113,1

113.1 – kaum zu glauben. Gestern noch ein Grissini und ne Tomatensuppe gegessen. Klar, und Vitaminpillen, und viel Wasser und Tee getrunken. Aber 3 Kilo, so wird es natürlich nicht weitergehen. Gestern Abend im Bett dachte ich an Pizza und so was, aber man muss sich klarmachen, ob nur der Magen leer ist oder ob es wirklich Hunger ist, den man verspürt. Heute Morgen fühle ich mich etwas benommen, kann aber auch daran liegen, dass ich eben anderthalb Stunden hoch konzentriert in den Roman eingetaucht bin. Werde wahrscheinlich morgen fertig, ich glaube, dann mache ich eine Schreibpause von ein paar Wochen, muss ja eh einer Freundin beim Renovieren helfen, und dann hat mein Sohn auch schon drei Wochen Ferien, in denen ich vormittags keine Zeit finden werde, er will beschäftigt sein. Wir werden vier Tage zelten fahren, ich freue mich sehr drauf – Männerurlaub. — Ich werde gleich den Rasen mähen, oder doch noch ein bisschen arbeiten? Draußen ist es ungemütlich, viel zu kalt für Ende Juni, ich will mit meinem Sohn ins Freibad.

Heute habe ich nach dem morgentlichen Shake zu Mittag einen Salat mit 100 Gramm Putenfleisch und etwas später einen Apfel gegessen. Am Nachmittag zwei Grissini, abends zwei Teller Erbsen-Brokkoli-Suppe, den ganzen Tag über viel Tee und Wasser getrunken. Zur Belohnung gibt es jetzt ne schöne Zigarre! Bis bald   .

116,2

116,2 Kilogramm heute morgen am ersten Tag meiner Diät. Bis jetzt habe ich zwei Tassen Kaffee (schwarz) getrunken, einen Kraftshake zu mir genommen, ein paar Tassen schwarzer Tee, Wasser, sonst nichts. Mittagas gibt es 200 g Eisbergsalat, eine rote Paprika, eine kleine Zwiebel, eine Dose Thunfisch, vermischt mit einem Dressing aus Senf, Gemüsebrühe und Apfelessig. Für die Zwischenmahlzeit gilt ein Apfel oder ein Knäke. Mindestens drei Wochen kein Alkohol, kein Zucker, nichts Fettes.

Es ist zehn Uhr am Morgen, ich arbeite gerade an meinem Roman. Doch gleich werde ich für ne Stunde in den Garten gehen, Unkraut rausreißen, ich könnte auch Walken, wäre auch gut, aber meine Frau würde sich viel mehr darüber freuen, wenn ich im Garten aktiv wäre. Also werde ich ihr eine Freude machen. ne halbe Stunde tut es ja auch.

Ich wünsche euch einen schönen Wochenstart, halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden, wie es mit der Diät klappt. Bis bald   .

HÖRMICH

Guten Abend oder Guten Morgen!

Ich bin gut gelaunt, bin mit dem neuen Roman gut voran gekommen und fast durch. Ich denke, noch eine Woche, dann rücke ich ihn raus, um gespannt sein zu dürfen, was ein paar Leser sagen werden. Ich würde sagen: Knackiges Ding voller Tempo. Der Titel steht inzwischen auch fest, vorerst jedenfalls, wer weiß, ob noch ein paar Ideen reingeflattert kommen. — So, Leute, am Montag beginnt meine Diät, ich werde versuchen, euch jeden Tag mein Gewicht mitzuteilen, insgesamt will ich mindestens 20 Kilogramm abnehmen, natürlich nicht in einem Stück, ich gebe mir ein Jahr Zeit. Auf jeden Fall kommen jetzt 21 Tage fast Fasten auf mich zu, Genaueres werde ich noch erörtern, ich halte euch auf dem Laufenden. Montag teile ich euch zuerst mein aktuelles Gewicht mit, das so um die 115 Kilogramm liegen dürfte. Traumgewicht wären 90 Kilogramm. Mann und Frau dürfen gespannt sein, Sohn natürlich auch. Freitag wird er übrigens fünf Jahre alt. Es wird groß gefeiert, mit Schnitzeljagd und Schatzsuche und Grillen und Spielplatz, mitten im Wald, das Wetter soll auch mitspielen. Ich freue mich sehr drauf. Hätte mir jemand vor einigen Jahren gesagt, Vater zu sein, sei das Schönste auf der Welt, hätte ich ihn nicht verstanden. Jetzt weiß ich es – es gibt nichts Größeres! Keine Liebe kann größer sein, als die zu seinem Kind. Und natürlich zu ner gepflegten Zigarre! Ist ja klar. Ich muss endlich aufhören, so wenig zu rauchen, was für eine Zeitverschwendung, nicht zu rauchen! Zum Glück ist Rauchen während der Diät erlaubt, Alkohol dagegen total verboten, er würde die ganze Mühe schnell zunichte machen. Kein Zucker, keine Kohlenhydrate, keine Säfte, kein Alkohol. Und dabei soll man gute Laune behalten? Irgendwie wird es schon gehen, ein wenig freue ich mich auch drauf, vor allem, wenn ich mir vorstelle, nach dem ersten Teil der Diät etwa zehn Kilogramm weniger zu wiegen. Etwas Panik habe ich vor dem JoJo-Efekt. Ich habe nämlich schon ein paar Mal sieben oder acht Kilogramm abgenommen, um danach noch fetter zu werden, aber bei dieser Diät soll es das ja alles nicht geben. Ich habe Hoffnung auf ein gutes Ergebnis. — Gedankensprung: Soll ich euch den Titel des neuen Romans verraten? Warum nicht. Ihr könnt mir ja mal schreiben, wir ihr ihn findet, ohne den Inhalt des Buches zu kennen. – BESSER GEHT NICHT IMMER – Mir gefällt er wirklich sehr, sehr gut. Jean, was sagst du? Nächste Woche schicke ich dir das Ding zu. Vielleicht liest du diese Zeilen ja diesmal zufällig. Ich weiß, ich weiß, die Zeit, die liebe Zeit. HÖRMICH, die Hörspielmesse auf dem Faustgelände, die Jean mit organisiert, findet am Samstag statt, ich rate jedem hinzugehen. Ich selbst bin auch da, aber erst am späteren Abend zur Feier, um mich selbst richtig groß zu feiern, es gibt zwar keinen Grund, aber es ist doch immer wieder schön, dabei sein zu dürfen. Also wenn noch jemand Lust hat, bitte bei mir melden. — Ich mache Schluss für heute Abend, morgen setze ich noch das Jack Daniel’s-Gedicht fürs Wochenende rein, und dann geht dieser Artikel in die große weite Welt. Bis gleich   !

Jetzt ist schon Freitag, ihr bekommt am Anfang der Woche das Jack Daniel’s-Gedicht. Sorry   ! Die Feier meines Sohnes war wunderschön …

Seht es mir nach

Es ist Freitagabend, gleich 0 Uhr. Ich habs nicht auf die Reihe bekommen, ein Jack Daniel’s-Gedicht fürs Wochenende rauszuhaun. Und jetzt bin ich total angezwitschert. Ah, da ist das Jack Daniel’s-Heft, alles handgeschrieben, ich will euch nichts davon vorenthalten, und ich will jetzt auch nicht zu viel schreiben, auch wenn ich ganz zart über die Tasten streichele, es würde keinen Sinn machen. Nee, auch das nicht. Einfach zu breit. Lieber gehe ich ins Bett und mache die Augen zu. Bis später …

Jetzt ist später, sogar ein Tag später.

IMMER

Bist du nicht da, bist du nicht da, bist du nicht da, bist du da, aber nicht hier, bei mir – sonst wo. Dann gehe ich los und besorge dich neu. Dich gibt es Millionenfach – und doch – du verwandelst mich jedesmal.

IMMER

Ich betrete deine Welt, ich betrete deine Zeit – Alles hat seine Zeit, du auch – und ich für dich – und du für mich. Wann ich will. Immer. Du bist überall im Angebot – bei Rossmann nicht. Kein billiger Ersatz. Verschworen – männlich – schwul – Jack … Jack … Jack …

Ach, dabei habe ich dich so lange nicht getrunken, Jack. Ich stehe inzwischen mehr auf Whisky pur, oder auf Wein, roten oder weißen, egal. — Meine Frau bringt gerade unseren Sohn ins Bett, wir waren bis eben auf einem Geburtstag, es ist gleich halb neun am Samstagabend. Ein Leser möchte, dass ich über Glück und Paranoia schreibe. Das gefällt mir, vor allem der Kontrast bietet Stoff für eine ganze Story. Eine Leserin möchte, dass ich über Gerechtigkeit schreibe, noch immer, schon seit Wochen. Bis jetzt habe ich mich gesträubt, weil Gerechtigkeit so ein riesiges, globales Thema ist. Ich werde dennoch bald darüber schreiben. Vielleicht noch heut Nacht, vielleicht … Jetzt gehe ich rüber ins Kinderzimmer und erzähle meinem Sohn ein paar Gute-Nacht-Geschichten. Ich freue mich drauf.

Jetzt ist schon Montagabend.

Mein Neffe ist heute 18 geworden! An meinem 18. Geburtstag hatte ich meine erste eigene Wohnung, drei Monate später bin ich nach Berlin gezogen, die Wohnung davor war nach drei Monaten Schutt und Asche und die Nachbarn total froh, dass ich endlich weg war. Aus unserer Clique war ich der erste mit eigener Wohnung gewesen, demzufolge war ich auch täglich der Gastgeber für das ganze Kiffergesinde, wo ich mich selbstverständlich auch zu zähle. Wenn ich so zurückdenke … Mein Neffe sieht noch so jung aus, ich sah damals bestimmt nicht älter aus, war ich ja auch nicht, fühlte mich natürlich schon sooo unheimlich erwachsen und selbständig. Ich wollte damals mit meiner Familie nichts mehr zu tun haben, nur weit weg, die Grenze und die Mauer kamen mir gerade recht. Es war eine harte, aber auch sehr schöne Zeit in Berlin, einiges jedoch würde ich mit der heutigen Erfahrung anders machen, ob’s besser wäre, kann man natürlich nicht sagen. Auf jeden Fall schöpfe ich noch immer aus den Vollen, wenn ich von der damaligen Zeit erzähle, und ohne jene Zeit wäre ja auch nie das Buch „Im Wahn der Zeichen“ entstanden, das zu einem großen Teil in Berlin spielt.

Jetzt ist schon Mittwoch. Ich komme momentan nicht so richtig zum Blogschreiben, weil es so viele andere wichtige Dinge gibt. Oder eben auch andere schöne Dinge. Seht es mir nach, es kommen auch wieder andere Zeiten. Bis bald   .

 

EIGENTLICH

Der neue Roman hat nur noch 174 Seiten, 18 Seiten sind gestrichen worden, ob’s nötig war, kann ich noch nicht sagen, dazu muss ich das ganze Ding jetzt erst einmal schwarz auf weiß lesen. Ich freue mich drauf und bin gespannt, wie mir der Text gefällt und wie objektiv ich ihn betrachten kann. — Heute habe ich die ersten fünfzig Seiten gelesen und war erst ziemlich beunruhigt, weil mir der Stil am Anfang nicht gefallen hat. Ich brauchte ein wenig, um reinzukommen, aber ich muss sagen, jetzt gehts gut nach vorn. Hoffentlich bleibt das Tempo bis zum Schluss bestehen, ein gutes Buch hat Rhythmus vom Anfang bis zum Ende, egal ob’s schwere oder leichte Kost ist.

Am Donnerstag lese ich übrigens ab 19.30 im Platz-Projekt Linden, Fössestraße 103. Ich gebe zwei Kurzgeschichten zum besten, andere Autoren lesen auch etwas vor, bin neugierig, ob sie mithalten können. HA! Nichts für ungut, Hauptsache es macht Spaß, nicht wahr. Spaß … Klar macht Schreiben Spaß, aber es ist kein Spaß, wenn man von leben will. Ich habe ja das Glück, die kleine Frührente zu bekommen, lieber wäre mir natürlich, ich würde mir das Geld verdienen, aber die meisten Autoren müssen irgendeinen Job ausüben, also habe ich mehr Glück. Soll nicht heißen, dass ich Glück habe, krank zu sein, das nicht, aber ich habe eben das Glück, mehr Zeit für das Schreiben aufwenden zu können, und nutze sie leider viel, viel zu wenig. Immerhin schreibe ich fast jeden Tag, der Stoff scheint mir nicht auszugehen. Mein Wunsch ist es, alle zwei Jahre ein Buch zu schaffen, besser wäre natürlich eins pro Jahr, aber es soll ja auch gut sein, und da mir der liebe Gott die Technik des Schreibens nicht in die Wiege gelegt hat, muss ich mir alles hart erarbeiten. Lesen, lesen, lesen und lernen, lernen, lernen. Immer aufmerksam sein, nicht nur auf Handlung und Inhalt achten, sondern in aller erster Line auf das Handwerk. Ich laber schon wieder zu viel. Wen interessiert das schon? Dich? Oder dich? Aber was wollt ihr lesen? Wenn ihr sensationsgeil seid, schlagt die Zeitung auf, da habt ihr genug Stoff für ein ganzes Leben. Ich könnte jetzt auch die Zeitung hier neben mich legen und irgendwelche Artikel kommentieren. Habe ich aber keine Lust zu, das sollen Leute machen, die sich auskennen. Ich kann was über’s Zigarrerauchen schreiben, oder auch darüber, wie es ist, manisch zu sein, oder schizophren, oder depressiv, oder voll paranoid. Das sind meine Themen, und natürlich kann ich über’s Schreiben schreiben. Ich könnte auch ne Menge über meine Familie preisgeben, über Oma, die bei uns wohnt, über meinen Sohn, meine Mutter, meine Frau, ich könnte über meine Freunde schreiben, oder über meine angeblichen Freunde, alles ist möglich. Will ich aber alles nicht. — Ich bin müde, ich bin wieder etwas deprimiert. Aber eigentlich auch wieder nicht. Eigentlich strahlt mir die Sonne aus dem Arsch. Eigentlich. Eigentlich weiß ich überhaupt nicht, was ich will, eigentlich. Na ja, eigentlich doch. Sogar ganz genau. Ich will Zeit und Energie! Konzentration. Ausdauer. Sex. Geld. Zigarren. Whisky. Gutes Essen und zwanzig Kilo weniger. n alten Volvo. Ebene auch materielle Dinge. Und mit Udo eine rauchen, im Atlantic. Tja, müsste ich ja wohl auch mal hinfahren, ist ja EIGENTLICH keine Strecke von Hannover, nicht wahr. Mit Marius würde ich auch gern reden, bevor einer von uns tot ist am besten. Ich kann mir vorstellen, dass Udo und Marius mich übeleben, so schlank und so gesund wie die sind. Aber wartet es mal ab, Freunde. Ab dem 25.6. JA! – merkt euch das Datum! – beginnt meine Diät. Ich werde dann versuchen, jeden Tag zu berichten, wie es mir ergeht. Der erste Teil jener Diät dauert 21 Tage an, dann gibt es ein paar Wochen Pause, und dann gehts wieder von vorn los. 20 Kilo sind mein Ziel! Ich laber und laber und laber, ist das nicht schön!? Ich hatte mal einen Chef – ja, sollte man nicht für möglich halten, aber ich habe auch mal gearbeitet! – der sagte immer: „Ist es nicht wunderbar, dass WIR hier zusammen sitzen DÜRFEN! Was für ein GLÜCK!“ Und ich dachte immerzu: Halt deine Fresse du Wichser, das ist das größte Pech auf Erden!!! Wir MÜSSEN hier mit dir sitzen, du Missgeburt! Wisst ihr was? Es ist schön, sich in Rage zu schreiben, es ist schön, sich aufzuregen, zu lästern, neidisch zu sein, das kickt doch, Leute! Hassen kickt auch. Deswegen hasst man auch so vieles. Liebe kickt auch, aber man liebt viel weniger als man hasst. Oder? Es gibt ja so viel Beschiss hier auf Erden, ist das nicht schön!? Warum lesen denn Millionen Menschen die BILD? Sie brauchen den Kick. Sie brauchen die Aufregung! RTL 2 und was weiß ich. Gibt die BILD mir genug Geld oder Werbemöglichkeit … Ja, oder eben nicht. Oder was weiß ich. Ist auch scheißegal jetzt. Ich hämmere hier auf den Tasten rum und rotze den größten Scheiß raus – das tue ich nur für dich! Du, mein einer Leser, und du, und du … Ach, ist das alles wundervoll. Jean, lebst du noch? Ich frag ja nur mal. Oli, und du? Ach, zu viel Alkohol? Quatsch, mach dir keine Sorgen, ich bin nüchtern, fast nüchtern, so gut wie nüchtern, nicht ganz, aber fast, nur angeheitert, jaja, ein Gläschen, mehr nicht, nein, bestimmt nicht, nein, danach hör ich sowieso auf. Für immer, für immer, für immer, aber erst morgen, morgen für immer, nein, nicht übermorgen, nur morgen … Am besten ich rede wieder mehr mit mir selbst, dann kommt da wenigstens was Vernünftiges bei raus, siehst du ja. Das hier hat Klasse, das hier hat Stil, nicht so n Scheiß wie von nebenan in der Kneipe. Mach mal Pause. Sei still. Schweig! Schweig! Wie lange noch soll das andauern? Das Leben. Dein Leben. Mein Leben. Mein Leben dauert so lange an, bis ich sage, jetzt ist Schluss. Stell ich mir jedenfalls so vor. Wenn Schluss ist, ist Schluss, Aus, Vorbei. Und dann? Nichts mehr? Glaube ich nicht. Ich hatte mal einen Chef, der war EIGENTLICH ganz nett, das Arschloch. Ehrlich, er war gar nicht so schlimm, die stinkende Schlampe. Er hat nur immer so dermaßen gestunken, nicht auszuhalten. Ach, wie herrlich mein neues Buch ist! Da lasse ich alles raus. Ich habe mir die Seele frei geschrieben, klar, jetzt ist sie schon wieder voll mit anderen Sachen. So spielt das Leben, jaja, so spielt es. Man kann sich gar nicht vorstellen, was ich für ein ruhiger Typ bin, wenn man das hier liest, nicht wahr. Nicht wahr. Doch wahr. Meistens höre ich nur zu und denke, man, wie lange muss ich das noch aushalten? Ich nicke aber auch immer schön und gebe so meinem Gegenüber zu verstehen: Ah ja, sehr interessant, wirklich, SEHR SEHR interessant, BITTE, BITTE MEHR davon. Bitte nicht aufhören. Wenn es Frauen sind, kann man ja wenigstens noch seine Fantasie spielen lassen, da fällt einem ja gedanklich ne ganze Menge ein, bei labernden Männern da rein, da raus. Scheißegal jetzt. Hier habe ich meine Ruhe, es ist 22 Uhr. Mann, ich muss mich jetzt zwingen aufzuhören. Eigentlich … Eigentlich … EIGENTLICH, oder auch nicht, mir doch völlig wumpe. Bis bald, lieber Leser, ich weiß, du schaltest wieder ein, weil es so schön ist, was du hier zu lesen bekommst, du kannst dich einfach nicht wehren, weil du hoffst, du erfährst hier den absoluten KNALLER! Kommt ja auch noch, hab Geduld … Jetzt ist Schluss. Gute Nacht   !

Schöne Scheiße

Es geht mit dem Roman wundervoll voran. Nächste Woche werde ich weniger Zeit finden, da ich meiner Mutter beim Renovieren behilflich bin, nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung, aber auch nicht so tragisch, dass ich nein sagen kann. Ich freue mich ja, wenn sie sich freut. So ist das mit der Freude: Wenn man einem Menschen eine Freude macht, freut man sich doch selbst auch. Ich mache meinem Sohn meinetwegen mit einem Eis eine Freude, er freut sich, und ich freue mich, weil er sich vor Freude kaum noch einkriegt. Ich habe festgestellt, dass wir uns viel, viel zu wenig freuen, denn in Wirklichkeit können wir uns über jeden Tag, an dem wir aufwachen, freuen. Es ist doch keine Selbstverständlichkeit, dass wir auf einer so wunderschönen Erde leben dürfen, das Leben ist für jedes Lebewesen ein einzigartiges Geschenk. Ich weiß: Blablabla … Ach ja, manchmal überkommt es mich eben, aber ich halt ja schon meine Fresse, denn mir ist auch klar, dass es genug beschissene Dinge auf der Welt gibt. Es gibt ja soooo viel Scheiße, massenhaft, unendlich viel, man weiß gar nicht mehr, wohin mit dem ganzen Unrat, den man jeden Tag zu sehen und zu hören bekommt, er hängt einem schon aus den Ohren raus, so ne verschissene Scheißscheiße. Wenn man zum Beispiel krank ist, ist alles beschissen, und überhaupt, oft genug die Maloche, die einem die Knochen und die Seele kaputtmacht, der Zwang, der oft dahintersteckt, nicht das im Leben tun zu können, wozu man Lust hat. Schöne Scheiße, oder? Und wenn man genau aus diesem Grund anfängt zu saufen, wird es auch nicht besser. Auch das noch! Aber ehrlich gesagt, kann ich mich nicht beklagen – na und -, muss mir deswegen immer die Sonne aus dem Arsch scheinen? Ich glaube nicht. Genug jetzt. Ich komme momentan nicht gut nach mit dem Blogschreiben, aber hier das Wochenend Jack Daniels-Gedicht:

GANZ EIGEN

Ich hänge an dir, dein Geschmack ganz eigen, ungewöhnlich eigen, anders eigen als Mösen. Braun, schwarz, weiß, elegant, schlank, schwer und leicht, leicht und schwer. 70 cl / 40 % – Tennessee Whiskey. Ich häng an dir, du hängst an mir, wir gehören zusammen  .

Schön, oder? So, ich setze mich jetzt an den Roman, und ganz vielleicht verlängere ich diesen Artikel nachher noch, mal sehen.

Hier bin ich wieder. Donnerstagabend 22 Uhr. Fast nüchtern, nur das Dopamin durch ne Zigarre gepuscht. Na ja, und zwei Gläser Wein für die Inspiration, damit ich hier was zustande kriege. Soll nicht heißen, dass es gut wird, was ich schreibe. Wenn es gut läuft, bin ich morgen mit dem Roman durch, sobald dann die Tintenpatrone für meinen Drucker eingetrudelt ist, drucke ich ihn aus und überarbeite ihn noch einmal. Dann lesen ihn meine liebe Frau, der Schauspieler, Hörbuchsprecher, Musiker und Autor Jean Coppon, und wahrscheinlich die fantastische Künstlerin Constanze P., drei Personen also, auf deren Meinung ich sehr viel wert lege. Die Meinungen meiner späteren Leser sind mir natürlich nicht weniger wert, aber es bringt nichts, das Skript gleich zehn Leuten auf einmal zu lesen zu geben, dann komme ich mit den vielen Kritiken nicht zurecht. Alles schön langsam und nach und nach. — Da mir meine Mutter 1000 Euro leiht, kann ich aus einem Skript ein gedrucktes Buch machen. Ich bin mir noch immer nicht sicher, welches es sein wird. „weg“ wäre schon cool. Zum Verkauf würde sich wahrscheinlich „Im Wahn der Zeichen – Der Roman“ besser anbieten. Oder eben das neue Ding. „weg“ würde ich auf jeden Fall noch einmal überarbeiten, denn ich meine, so langsam meinen Schreibstil gefunden zu haben. Dank Philippe Djian und dank Paul Auster. Ich müsste unbedingt auch wieder Hemingway lesen, Fiesta ist die Offenabrung eines einzigartigen Stils, da kommt kaum was von heute mit, finde ich jedenfalls. Ich werde mir ne alte Auflage besorgen, eine, in der nicht so viel verfälscht wurde, am besten eine von den ersten. Mal sehen, was ich kriegen kann. Ja, ich werde „weg“ auf jeden Fall noch einmal anpacken, wenngleich ich schon dachte, es sei fertig. Das sind immer gleich drei bis Sechsmonats-Projekte, nichts also, was in ein paar Wochen abgeschlossen ist. Es ist nicht so, dass ich Angst vor was Neuem habe, aber das alte muss zu über neunzig Prozent abgeschlossen sein. Sagen wir, Anfang nächsten Jahres fängt eine völlig neue Geschichte an, ein auf jeden Fall realistisches Ziel. Ich merke, dass ich zurzeit sehr gut im Training bin, ich kann mich länger als zwei oder drei Stunden konzentrieren, zwar mit kleineren Pausen zwischen, aber immerhin, vor einigen Monaten hat das noch nicht geklappt. Jetzt zum Beispiel bin ich in einem Zustand, der mich stundenlang weiterschreiben lassen würde, diesen Artikel zumindest … Prost! — Ich müsste im Bett liegen, zu oft halte ich mich an den Spruch: Wenn es am schönsten ist … Es ist gerade wunderschön, jetzt hätte ich die pure Lust, eine Schallplatte aufzulegen, fünf habe ich ja schon wieder in meiner Sammlung. Wenn ihr mir also was Cooles schenken wollt, dann gern eine LP oder Single, die euch gefällt. Komm, ein Gläschen geht noch, ich habe zwar meiner Frau gesagt, dass ich um halb elf in den Federn bin, aber es kommt immer wieder vor, dass man einen Plan einfach nicht einhalten kann, nicht wahr. Jaja, ich weiß, morgenfrüh wird sich das rächen, ich nehme mir dann auch wieder vor, spätestens um Viertel vor zehn im Bett zu liegen, na klar, und so weiter und so weiter. Ich halte nicht viel von Prinzipien, wie ihr wisst, wenn ihr den Blog von Anfang an aufmerksam gelesen und ein sehr gutes Gedächtnis habt. Auf jeden Fall hab ich das schon erwähnt. Jeden Tag ändert sich alles, es kommt immer anders, als man denkt. Und überhaupt, was soll denn der ganze Fierlefanz mit den Prinzipien hier und da! Offen sein für Neues, für neue Ideen und Pläne, nicht immer am Alten festhalten, Veränderungen sind angesagt, das ist es, worauf es ankommt, Langeweile macht dumm, ehrlich. Und fernsehn macht garantiert nicht schlau. So, ich bin jetzt knülle. Wie schön. Ab morgen trinke und rauche ich nicht mehr. Ja klar. Machts gut, liebe Leute. Bis zum nächsten Mal. Gute Nacht   !

Die Heilige Kuh / Jack Daniel’s-Gedicht

Einen wunderschönen guten Morgen heute am Freitag, einen Tag vor dem langen Wochenende!

Ich vernachlässige momentan das Blogschreiben ein wenig, da ich mir lieber die freie Zeit für den Roman, für meinen Sohn oder meine Frau nehme. Es ist zu schön, abends auf der Terrasse zu sitzen und den Abend zu genießen, oder eben morgens am Laptop draußen zu arbeiten. Jetzt ist es halb acht, mein Sohn ist schon im Kindergarten, das heißt, ich habe  zwei Stunden Zeit, da um halb zehn eine Freundin zu Besuch kommt. Meine Frau sagte mir, sie könne mein Schreiben nur dann richtig ernst nehmen, wenn ich am Vormittag meine Arbeitszeit auch einhalte und nicht andauernd irgendwelche anderen Dinge täte, wie z.B. Freunde treffen. Sie hat recht, klare Sache, schließlich ist es noch immer mein größter Wunsch, in zwei Jahren das erste Geld mit den Büchern zu verdienen. Von nun an heißt es also, wirklich hart zu schuften. Jeden Tag, wenig oder gar kein Alkohol, immer einen klaren Geist zu behalten und für genug Kraft sorgen, nicht andauernd ablenken lassen. Sie sagt, das Schreiben sei ja so etwas wie die Heilige Kuh für mich, gegen die man nie etwas sagen dürfe, also solle ich diese Kuh auch selbst gut genug behandeln usw. usw. Ich weiß ja selber, dass es nichts bringt, sich nur so wie ein Schriftsteller zu fühlen, ich muss mehr dafür tun. Dabei, so schlecht gehts gar nicht voran, aber ja, es könnte viel, viel schneller gehen. — Hier aber nun für’s Wochenende das Jack Daniel’s-Gedicht:

FLIESE

Ich schlenderte die Straße lang – Sonnenschein – dreißig Grad. Ich erkannte sie schon von Weitem. Sie mich auch. Meine Ex. Sie winkte. Ich hasste sie. Sie mich auch. Sie hieß Beate und kam aus Sachsen. Wie ihre Oma. Die hieß auch Beate und kam aus Sachsen. „Na, wie ist es im neuen Haus?“, fragte sie mich. – „Hmm, ganz gut.“ – „Was für Fußböden habt ihr?“, wollte sie wissen. „Holz. Parkett. Eiche, geölt.“ – „Mhm. Na ja, wir haben ja alles in Fliese. Große Fliese, glänzend, matt wollten wir ja nicht, du weißt ja, wegen der Doggen. Ockerbraun, Hochglanz, auch das Badezimmer, die Dusche auch, die Wanne von außen, ist ja ne dreieckige Wanne, alles einheitlich, ockerbraun, die Wände in der Küche auch ockerbraun, große Fliese, wunderschön. Holz ist ja empfindlich, du weißt ja, wegen der Hunde haben wir uns für Fliese entschieden. Überall die gleiche Farbe, muss harmonieren, passend zum Fell von Evi und Justin. Rainer wollte ja kein Holz, ich auch nicht, lieber was Unempfindliches, wir fühlen uns wohl, der Flur auch in ockerbrauner Fliese, Hochglanz, wie alles andere. Komm doch mal vorbei, aber bei uns werden sich Schuhe ausgezogen!“ — Evi und Justin, die beiden braunen sabbernden Doggen, zogen sie weiter. Ich ging zum Kiosk, holte mir eine Flasche Jack und überlegte auf dem Weg nach Hause, was sie wohl damals an mir gefunden hat   .