Reg mich nur noch auf !

Ich glaube, es ist an der Zeit, euch mal wieder ein paar Worte zukommen zu lassen. Gestern war ich im Capitol bei SICK. Autor, Ex-Junkie, Blogger, Entertainer, der harte Geschichten erzählt hat, aber meistens mit einer gehörigen Portion Ironie. Das musst du erst mal bringen, so ein zeitweise beschissenes Leben humorvoll zu verpacken. Ich habs in „Im Wahn der Zeichen“ auch getan, und bei meinen Lesungen habe ich oft einige Lacher auf meiner Seite. Wie soll man auch sonst mit der ganzen Scheiße umgehen!? Soll man den Kopf in den Sand stecken und heulen, immer nur heulen? Der Sand verklumpt, man sieht nichts mehr, bleibt im Dreck kleben. Vergesst es doch einfach. Echt. Ich bin froh, dass mein Leben so verlaufen ist, wie es verlaufen ist, wenn ich sehe, was viele Menschen für ein langweiliges Leben führen, tut es mir nicht gerade leid um sie, aber irgendwie haben sie nie richtig gelebt, sind nie ins Extreme gegangen. Einige kennen nicht mal Leid, Angst und Hunger. SICK hat mich beeindruckt. Ich habe mir bisher 8 Videos auf YouTube angeschaut und 50 Seiten seines Buches gelesen, dann hats mir gereicht. Ich kann zurzeit nicht 400 Seiten Drogengeschichte lesen, mag sie auch noch so mitreißend geschrieben sein, hinzu kommt, dass sich ne Menge in Hannover abspielt, trotzdem, ich will momentan nicht. Die Videos aber werde ich mir wohl nach und nach anschauen. — Bad Rabbit ist gerade zu Besuch bei mir und richtet mir meinen YouTube-Kanal ein, damit ich auch auf Sendung gehen kann, ist vielleicht interessanter als immer nur von mir zu lesen. Ist aber durchaus möglich, dass ich gar kein Talent habe, um Filme zu drehen. SICK hat gestern fast vier Stunden erzählt, und es war keine Minute langweilig. In meinen Videos werdet ihr einiges von mir spontan erzählt bekommen, aber ich werde auch Gedichte, Kurzgeschichten und andere Texte preisgeben. Geprobt habe ich schon, war aber ziemlich schlecht. Viel zu gestellt, alles abgelesen, vergiss es doch einfach. Egal jetzt. Es geht weiter. — Ach, übrigens wiege ich nur noch um 98 rum, also 2 Kilo unter 100. Mir passen wieder alte Klamotten, vor allem meinen Lieblingsmantel kann ich wieder tragen. Wie dem auch sei, jetzt heißt es, das Gewicht halten. Im Januar kommt dann eine weitere Diät, dann will ich auf 92,93 kommen. Und im April dann das letzte Stück auf unter 90. Wisst ihr was? Ich habe wochenlang nicht mehr richtig geschrieben, es lag immer was anderes an. Und auch in naher Zukunft wartet ein großes Projekt auf mich, das eine lange Zeit in Anspruch nehmen wird. FUCK! Verdammte Scheiße – ICH BIN SCHRIFTSTELLER!!! Nur weil ich mit meiner Schreiberei kein Geld verdiene, komme ich nicht dazu, jeden Tag zu schreiben. Ich bin nicht glaubwürdig, obwohl mein ganzer Kopf voll ist mit Ideen. Geld, Geld, Geld, alles dreht sich ums Geld, Geld, Geld. Hat man viel Geld, hat man Zeit. Geld macht frei. Wer was anderes behauptet, ist Sklave des Geldes geworden. Weiß ich selbst, dass Gesundheit das wichtigste ist. Herrgott noch mal, ich bin ja nicht bescheuert. Oder doch? Vielleicht doch. Bescheuert genug, weil ich mich immer wieder auf irgendwelche anderen Projekte einlasse, die ich in meinem Innersten verabscheue. Gar nicht von der Sache her, aber von der Zeit, die dabei draufgeht. Wenigstens nehme ich mir Zeit für meine Zigarre. In der Zeit des Rauchens bringe ich zwar nichts auf den Laptop, aber in meinem Kopf arbeitet es, es sei denn, ich telefoniere mit C. Ewig lange Gespräche mit einem meiner besten Freunde. Ich liebe diese Gespräche, aber auch sie kosten Zeit, Zeit, Zeit. Als Schriftsteller braucht man Zeit! Als rauchender Schriftsteller braucht man ein Arbeitszimmer mit PC und Aschenbecher. Dieses Rauchverbot überall ist ja kaum noch auszuhalten. Und als Zigarrenraucher wird man in fast jeder Kneipe schief angeguckt. Selbst in Linden in den Raucherkneipen gibt es unzählige Arschlöcher, die einen schief anglotzen. Ich mache Schluss für heute, reg mich nur auf. Gute Nacht !

Kunst und Terror

Kunstakademie Karlsruhe

Ein wundervoller Abend gestern, im Hörsaal mit 120 Kunststudenten, die sich für das Thema „Kunst und Terror“ interessieren. Ein durchaus schwieriges Thema, mit dem Schwerpunkt: Was kann Kunst ändern. Kann Kunst etwas ändern. Vortragende waren zwei Journalistinnen (Zeit, Neo, Süddeutsche Zeitung …), ein Professor der Kunst, ein Kunststudent, und ein Doktor der Kunst. Also alles kompetente Leute, die sich in ihrer Wortwahl so ausdrücken konnten, dass sogar ich ne Menge verstanden habe. Ein weiterer freundlicher Professor kam aufs Podium zum Mitdiskutieren. Ja, kann Kunst etwas ändern? In der Politik? Kann Kunst Kriege verhindern? Nein, sicher nicht. Aber ganz sicher kann Kunst beinflussen. Bildene Kunst, Schauspielerei, Literatur. Und ganz klar, meine Literatur wird natürlich die ganze Welt verändern. Ich habe von meinem Größenwahn erzählt, von den 600 Seiten Gedichte, die ich in einer Psychose schrieb, um den Irak-Krieg zu verhindern. Hat ja nicht so gut geklappt, wie ihr wisst. Der Krieg dauert bis heute an, Amerika will sich zurückziehen, der Irak ist zerstört, die Menschen traumatisiert und Krüppel an Körper und Seele. 600 verrückte Gedichte haben nichts gebracht außer 600 Seiten verrückte Gedichte und einen Aufenthalt in der Psychiatrie. Ist ja nicht so schlimm, immerhin könnt ihr jetzt die Gedichte als E-Book bei amazon lesen. Sehr fanatisch, sehr radikal, sehr religiös, obwohl ich sagen muss, dass ich gar kein religiöser und politischer Mensch bin, jedenfalls habe ich von beiden Themenfeldern keine große Ahnung. Doch in den Psychosen brechen Politik und Relgion in mir aus, oder besser, über mir zusammen. Ich glaube dann, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und durchzublicken. Natürlich ist das Blödsinn. Wer soll denn bitteschön die ganzen Verstrickungen der Politik und Religion verstehen? Wer kann als „normaler“ Bürger schon hinter die Kulissen schauen? Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen an Verschwörungstheorien glauben. Ich habe gestern das Beispiel John Lennon und Yoko Ono gebracht, wie sie nackt im Hotelzimmer gegen den Viatnam-Krieg demonstriert haben und sehr, sehr viel Aufmerksamkeit von den Medien bekamen. Sie haben beeinflusst, tun es bis heute. Oder Bob Dylan. Bob Marley. Bono. Sting. Etliche. Der eine Professsor meinte, wenn überhaupt, könne man mit Songs oder Literatur mehr verändern, als mit bildener Kunst. Am meisten jedoch beeinflussen uns doch heute das Fernsehn und das Internet. Ohne geht nicht mehr, ohne könntet ihr nicht an meinem Leben teilhaben. Demnächst werde ich mit einem You-Tube-Blog an den Start gehen, worauf ich mich sehr freue. Ich hoffe aber, dass ich auch diesem Blog treu bleibe, denn die Nummer Eins bei mir ist das Schreiben, das Tippen auf einer Tastatur. Ich sitze gerade im ICE im Bordrestaurant und lasse den Abend von gestern revue passieren. Nach 2,5 Stunden im Hörsaal waren allesamt erschöpft. Weiter ging es mit ein paar Leuten in eine Bar. Mir wurde angeboten, evtl. eine Art Schreibworkshop in der Kunstakademie zu inszenieren. Wenn das klappen sollte, würde ein Traum für mich in Erfüllung gehen. Ich habe ein Gedicht vorgetragen, ein sehr persönliches Gedicht, und dann auch noch in Reimen, was heutzutage kaum noch jemand für voll nimmt. Gestern kam es gut an, sagte man mir mehrfach. Ich glaube, die Menschen sehnen sich nach Wahrheit, sie wollen nicht mehr belogen und betrogen werden, was natürlich nicht geht. Politiker können in den meisten Fällen kaum ehrlich sein, oder sagen wir, sie dürfen vieles, vieles nicht preisgeben, damit die Masse nicht ausrastet und ruhig bleibt. Zufriedenheit ist das große Wort. Zum Glück scheint es noch genug zufriedene Menschen zu geben in Deutschland. Noch ist es nicht soweit, dass ein Bürgerkrieg ausbricht. In Spanien ist die Gefahr derzeit sehr viel größer. Jetzt lasse ich es mit der Politik und genieße lieber die Zugfahrt, bestelle mir einen Kaffee oder sonst was, schade, dass man hier nicht rauchen darf. Fette Zigarre hatte ich aber schon heut morgen. Vielleicht schreibe ich nachher noch ein paar Zeilen, jetzt ist erst mal Schluss   !

Der Kracher – Endlich!!!

Manchmal hat man Schwung, man will etwas schreiben, hat schon eine scheinbar gute Idee, das Telefon klingelt – und zack – alles vorbei. Wie gestern, als ich einen Artikel für den Blog schreiben wollte. Aber ich sage euch, ich schreibe gerade eine Erzählung, oder eine Dichtung, die sich gewaschen hat. Sie ist so rein und klar wie Persil. Natürlich wird auch ordentlich geraucht und sich in fremden Sphären verloren. Früher war das Ding als Hörspiel gedacht und hieß schön bescheiden „Die Weisheit der Welt“. Ich bin ja bekannt für meine bescheidenen Titel, so wie z.B. „Weltbestseller“. Und natürlich knüpfe ich bei den Verkaufszahlen bei „Siddhartha“ und „Der Alchimist“ an. Und weniger weise sind meine Sachen schon mal gar nicht, verdammte Scheiße! So viel Magie wie bei „Der Steppenwolf“ mindestens. Ganz eigene Geschichte, ganz eigener Stil. Habe immerhin schon 5 Seiten geschafft. Helfe gerade einem Onkel beim Renovieren und habe nur wenig Zeit. Ist aber nächste Woche fertig, dann gehts voll weiter. Immer weiter nach vorn. „weg“ und „Mucho Guscho“ sind überarbeitet und abgeschlossen. Ich höre hier beim Schreiben gerade King Krule, müsst ihr mal reinhören, wundervoller entspannter Jazz von heute. Eigentlich brauche ich es ja immer ganz still während der Schreibarbeit, aber bei dieser einmaligen Musik scheint es gut zu klappen. Ich komme voran, wie ihr seht. Macht schon Spaß, in meinem Zimmer zu sitzen, die Wanduhr tickt, die Musik glasklar aus den Teufel-Lautsprechern, der Tee neben mir. Das Leben ist wunderbar. Ich habe schon ein paar Kilo abgenommen, bin jetzt bei 101, knapp über 100. Heute habe ich zugenommen, war im Café und habe Salat mit etwas Pizzabrot genossen. Ich nehme dieses Mal die Diät nicht ganz so streng wie beim ersten Mal, bin aber trotzdem ziemlich diszipliniert. Keine Süßigkeiten, möglichst keinen Alkohol, viele Zigarren, viel schwarzen Tee mit Stevia, Äpfel ohne Ende und so weiter und sofort. Mein guter Freund A. hat mir eine Kamera zugeschickt, für meine WordPress und YouTube Videos, die in Kürze gedreht werden sollen. Will euch aus meinem Leben erzählen, mal von früher, mal von gestern, mal von heute, und von übermorgen. Wie ihr wisst, kann ich ja in die Zukunft gucken. Jaja, na klar. Die Musik macht mich anscheinend fertig, sie berauscht mich gerade. Ich kann sie aber auch nicht ausmachen, das bringe ich gerade nicht, ist gerade so schön. STOPP! AUS! Da bin ich wieder. HALLO! Wenn man Musik hört, gelangt man doch in eine ganz andere Stimmung. Jetzt, ohne Musik, bin ich euch wieder näher. Bin ich auch wieder näher bei mir selbst. Zum Schreiben finde ich die Stille wirklich viel inspirierender und konzentrierter. Da bin ich mehr ich. Ich könnte mich jetzt noch an die Dichtung setzen, versuche aber mal die Kamera zu intallieren. Bis die Tage dann   !

Über eine Woche später – Mittwochmorgen

Guten Tag, liebe Leute!

Mir gehts so gut wie lange nicht mehr – und! – ich wiege 99,7, zum ersten Mal unter 100 seit was weiß ich wann! — Nächste Woche fahre ich nach Karlsruhe, zur Akademie der Künste, halte in einer Podiumsdiskussion einen kurzen Vortrag zum Thema „Krieg und Frieden“. Freue mich mich sehr drauf. — Mit der Dichtung ging es jetzt über eine Woche überhaupt nicht voran, hatte zu viel zu tun. So ne Scheiße! Da denkt man, man ist Schriftsteller, das ist seine Arbeit – und was ist? – Immer liegt was anderes an. Aber meinem Onkel und meiner Tante habe ich wirklich gern beim Renovieren geholfen, hat Spaß gemacht. Trotzdem gingen 8 Vormittage drauf. Wo ist der Verlag, der mir 100.000 überweist? Nehme auch nen Scheck!!! Kein Problem. Das ist die Wahrheit! Die volle! Ich liebe das Leben. Bald läuft der erste Film für euch – und ihr werdet es nicht glauben – mit MIR!!! Bis denne    !

Ein paar Tage danach

Ich wusste gar nicht, dass man Jim Beam pur trinken kann. Geht aber. Nicht zu vergleichen mit anderen Whiskeys, aber für 10 Euro ist ne Flasche wirklich günstig. In den USA kostet sie um einiges mehr, obwohl sie aus den USA kommt. Zigarren sind auch teurer, es gibt aber viele interessante Sorten. Der Jimi brennt etwas in der Speiseröhre, das liegt nicht am Whiskey, sondern an meiner Speiseröhre, die manchmal nicht ganz in Ordnung ist. Ansonsten ist alles ziemlich in Ordnung heute Abend. Ich hatte einen wunderschönen Tag zu Hause, bin gut vorangekommen im Roman, habe Rasen gemäht und mit meinem Sohn Fußball im Garten gespielt. Die Wanduhr tickt wieder, ich habe sie gestellt und aufgezogen, es ist zehn nach halb zehn am Abend. Vielleicht setze ich mich gleich noch unters Carport und paff ne Cigar, das Leben ist kurz genug. Eine Freundin meiner Frau sagte, man habe beim Blog gemerkt, dass ich endlich wieder Spaß am Schreiben auf Cape Cod gefunden hätte, davor die Artikel wären ziemlich düster gewesen. Schön, so etwas zu hören, denn ich hatte wirklich sehr viel Spaß beim Schreiben. Aber auch hier herrscht Magie, eine andere Art, verzaubert bin ich sowieso. Und überall, wo ich hingehe, ist es auch verzaubert, man merkt es nur nicht immer. Die ganze Welt ist ein einziger Zauber, wenn man so will. Magie. Kraft. Leben. Seele. Herz. Es schlägt gleichmäßig, immer im Rhythmus, wenn es gesund ist, so wie der Sekundenzeiger. Die Uhr tickt und ist rund, das Blut wird durch den Kreislauf im Körper gepumpt. Auf und zu, auf und zu. Alles im Strom, alles unter Strom, alles unter Spannung. (Jetzt ist es schon zwanzig nach elf, bis eben mit einem meiner guten Freunde telefoniert), und ich merke, es könnte eine lange Nacht werden. Auf Cape Cod wäre es jetzt halb fünf am Nachmittag, der Beginn des Tages also. Doch morgenfrüh schreit mich der Wecker in den höchsten Tönen an, der verdammte Scheißwecker, der mir so was von auf die Nerven geht. Ich muss den Müll noch nach vorn zur Straße bringen, das ist Pflicht für heut Nacht. Kein Problem, mach ich mit links. Also werde ich jetzt ne kleine Cigar rauchen und dann den Müll machen. Vielleicht schreibe ich auch noch ein paar Sätze, vielleicht aber höre ich auch nur ne Scheibe, kann ich noch nicht sagen. Am liebsten würde ich noch mit C in Berlin telefonieren, aber der schläft schon, hab ich schon versucht. Ich habs mir überlegt, ich rauche keine mehr, ist mir zu ungemütlich draußen. Jetzt war ich doch eine rauchen, was soll’s. Hin und her, her und hin, meine Gedanken oft wie ein stürmischer Wind, der sich alle paar Sekunden dreht. Um sich selbst. Meistens. Ist auch egal, jedenfalls hab ich keine Lust zu schlafen, bin zu gut drauf, um mich jetzt einfach hinzulegen und abzuschalten, schade um die schönen Ideen. Schade um die Kreativität und Freiheit im Kopf. Nicht unbedingt schön für euch, was ich hier vom Stapel lass, aber schön für mich. Und darum gehts. Ich muss mich gutfühlen, ihr müsst euch gutfühlen, jeder für sich, jeder für sich allein, denn jeder geht den Weg allein. Die Klappe fällt für jeden einzelnen von uns. Auf und ab, auf und ab. Leicht und schwer, leicht und schwer. Und was gibt es dazwischen? So lala. So lala. Oder? Manchmal nimmt man einen Scherz scherzhaft auf, manchmal verletzt einen der gleiche Scherz bis ins Herz. Launisch. Ich bin es jedenfalls. Wir lassen uns alle verbiegen, selbst ein Udo Lindenberg. Von der BILD zum Beispiel. Auch ein Westernhagen. Von der BILD zum Beispiel. Warum tut man das? Hm, keine Ahnung. Oder doch? Redet ja kein Mensch drüber. Ich werde jetzt schlafen gehen   !

Zwei Tage später.

Ich habe den Text oben ein paar Mal gelesen und mich gefragt, ob ich ihn raushaun soll in die Welt. Es ist ja nichts als Blabla. Das Leben plätschert manchmal auch nur so dahin, wie eben manche Filme oder Bücher. Und  viele dieser Filme und Bücher sind gar nicht mal schlecht. Es ist nicht unbedingt nachteilhaft, ein ruhiges Leben zu führen, aber mir persönlich würde es gegen den Strich gehen, ab und zu ein bisschen action muss schon sein. Auch wenn die action nur im Kopf stattfindet. Ein bisschen dopen, ein bisschen sich mit körpereigenen Botenstoffen kicken, keiner sollte es jemandem verbieten. Jeder sollte über seinen Körper Herr sein, wenn man also alt und schlau genug ist, sollte man frei entscheiden können, ob man einen Joint rauchen will oder nicht. Dass man wegen Kiffen angeklagt wird, heute zum Teil noch immer, ist zum Lachen. Vor allem, weil man an jeder Ecke den härtesten Alkohol bekommt, woran im Jahr was weiß ich wie viele Tausend Menschen krepieren. Einen Haschischtoten gab es noch nicht. Da passt was nicht. Wie traurig ist es, Cannabis nicht zu medizinischen Zwecken anwenden zu wollen, aber dafür Morphium. Wie verkehrt ist denn diese Welt! Wer gegen die Legalisierung von Cannabis ist, weiß nicht, wie gesund das Kiffen machen kann. Natürlich kann es auch Psychosen auslösen, schneller als Alkohol, aber die meisten Patienten in den Psychiatrien haben nie eine Droge angefasst. Und keiner weiß, ob die Psychose nicht auch ohne Cannabis ausgebrochen wäre. Ich will hier nichts schönschreiben, von etwas abhängig sein, ist immer übel.

Schon wieder zwei Tage später.

Morgen geht die neue Diät ist die zweite Runde. Bin jetzt bei 106,9, mein Ziel ist es, auf unter 100 zu kommen. 500 Kilokalorien am Tag, mehr nicht. Ich werde euch gelegentlich berichten, wie es läuft   .

Wieder zu Hause

Tja, ich habe mit dem Jetlag zu kämpfen. Es ist auch nicht möglich, den Blog abends auf der Terrasse zu schreiben, dafür ist es zu kalt und nass. Jetzt sitze ich wieder in meinem schönen, kleinen Arbeitszimmer am Laptop und hoffe auf Ideen. Chatham hat mich wirklich inspiriert, es hat riesigen Spaß gemacht, die Texte zu tippen. Ich hatte bis zu 75 Klicks auf dem Blog. Der Zauber ist vorbei, erloschen, das Licht von Cape Cod konnte ich nicht mit herbringen, es ist dort geblieben. Morgenfrüh werde ich meinen Sohn in den Kindergarten bringen, meine Frau fährt zur Arbeit, ich werde mich an Mucho Guscho setzen und das Skript schnellstmöglich zum Abschluss bringen. Von den Verlagen, die ich angeschrieben habe, habe ich noch nichts weiter gehört. — Heute ist der Tag der deutschen Einheit. 3. Oktober. Deutschland ist zusammengewachsen und trotzdem gibt es noch ne Menge Unterschiede zwischen Ost und West, in den Köpfen vieler Menschen auf jeden Fall. Und viele, viele Dörfer im Osten sind wie ausgestorben, die jungen Leute sind oft in große Städte gezogen, weil es wirklich keine Arbeit gibt. Die AFD hat zum Teil über 20 Prozent erreicht, sie ist nach der CDU die stärkste Partei. Erschütternd und wahr. — Ich hatte ja die Idee, mir einen Monat lang jeden Tag die BILD zu kaufen, um mir jeden Tag ein Thema zu suchen. Ich verzichte auf diese Idee, ich würde mich selbst unter Druck setzen und nur Schwachsinn produzieren. Mehr als um diesen Blog werde ich mich um meine beletristischen Sachen kümmern, denn ich fühle hier an dieser Stelle Eintönigkeit und Zwang, und das soll nicht der Sinn eines Blogs sein. Ich werde also weitaus weniger in nächster Zeit schreiben, als in den letzten Wochen. Schenkt mir eine Reise nach Kuba, dann könnt ihr wieder jeden Tag einen Text bekommen. Oder nach Key West von mir aus. Schickt mich dahin, wo es warm ist, wo was los ist, wo ich abends und nachts auf der Terrasse sitzen kann. Ich finde, man darf nach einer solchen Reise etwas deprimiert sein, allerdings habe ich auch viel Kraft mitgenommen, ich bin trotz Jetlags insgesamt erholt und freue mich auf die Arbeit an meinen Projekten. Ich werde euch von Zeit zu Zeit berichten, wie es um mich steht und wie es weitergeht, also nicht verzagen, ihr bleibt auf dem Laufenden. Auf jeden Fall verstehe ich jetzt mehr, warum so viele Künstler immer in der Welt rumreisen müssen, nämlich, um neue Eindrücke zu gewinnen. Wie wichtig das ist, haben mir die letzten Wochen aufgezeigt. Meine nächste Reise wird nach Hamburg zu Jean gehen, und morgen erst einmal in den Kindergarten   !

Manchester

Es ist hier in England jetzt 5.40 Uhr, in den USA 0.40 Uhr, also Zeit fürs Bett. Das heißt, man soll es nicht glauben, ich bin um 0.40 nüchtern! Trinke hier um 5.40 Kaffee und sitze im Flughafen, wo wir fünf oder sechs Stunden Aufenthalt haben. Etwas ungemütlich, Neonlicht, nicht viele Sitzgelegenheiten, grauer Fliesenboden, 35 X 35 cm,  aber guter schwarzer Kaffee, srark, wenngleich ich ja in England Tee trinken müsste.. Und nette Engländer gibt es hier sowieso. — Ich bin fit, habe im Flugzeug irgendwie ne Stunde geschlafen, mein Sohn auch, jetzt schläft er hier über zwei Stühle gefletzt, Decke über dem kleinen Körper, geklautes Kissen aus dem Flugzeug. Die Landung war fantastisch, man hat kaum das Aufsetzen der Reifen gemerkt. Meine Frau nerve ich die ganze Zeit, nur so zum Spaß, sie ist aber noch ganz gut drauf. Jetzt grinst sie gerade, zwischendurch fallen ihr die Augen zu, bis ich sie wieder zutexte und ne Frage habe. Sie liebt mich! Ich liebe sie! Meine Schwiegermutter hat auch gute Laune, sie ist hellwach, glaube ich jedenfalls. Wisst ihr was? Ich freue mich auf ein deutsches Pils. Und auf mein Arbeitszimmer, den Plattenspieler, die LPs, den Laptop, meinen Zigarrenladen usw. Auf meinen Kater Anton, der von meiner Mutter und von netten Nachbarn versorgt wurde – bestimmt wiegt er jetzt 13 Kilo. Ich weiß gar nicht, wieviel ich zugenommen habe, aber in Amerika kann man kaum das Gewicht halten, geschweige denn abnehmen. Fünf Kilo sind bestimmt hinzugekommen. Ich freue mich auch echt auf schönes dunkles Vollkornbrot, so etwas gibt es auf Cape Cod nicht. Wahrscheinlich in den ganzen USA nur ganz selten. Im Flugzeug habe ich ein amerikanisches Budweiser getrunken, Dose 0,33 für 4,50. Der Kaffee ist auch schon wieder alle, alles geht zu Ende – so auch dieser wunderschöne Urlaub. Ich könnte jetzt ne Cigar rauchen, aber Cutter und Feuer sind im Koffer, dürfen nicht ins Handgepäck. Der Flughafen hier ist ziemlich unmodern, nicht sehr schön, aber immerhin kann ich ein paar Zeilen schreiben, um euch auf dem Laufenden zu halten. Ich bin gerade nicht so inspiriert … Also belasse ich es morgens um 5.55 Uhr in England dabei. Wir hören uns die Tage, bis dann, und danke fürs Lesen! Euch einen schönen Sonntag! Heute Abend um 19 Uhr bin ich hoffentlich zu Hause. Dann ab ins Bett, oder auch nicht, keine Ahnung, man wird sehen. Meine Laune ist wirklich gut, etwas aufgedreht, brauche aber noch mehr Kaffee, und Bier, vielleicht ein englisches. Ein Pub hat gerade nicht offen. Schade dass wir hier nicht abends um fünf gelandet sind. Ach, ich liebe das Leben, ich liebe es, euch zu schreiben, ich liebe gerade sogar diesen ganz, ganz HERRLICHEN    Flughafen der Gräue   !